An einem regnerischen Hafentag in Marstal auf Aerö begab sich Heinrich Woermann, der Vorbesitzer des "Olifanten", in das Schifffahrtmuseum. Beeindruckend sind die schiffbaulichen und seefahrerischen Leistungen unserer Vorgänger. Als Andenken kaufte Heinrich Woermann für 20 Kronen den Linienriss von 1856 eines kleinen Küstenfrachtseglers, als "dänische Jagt" bezeichnet. Damals, bevor Benzinmotor und Lastkraftwagen erfunden waren, wurden damit landwirtschaftliche Produkte zur nächsten größeren Stadt gesegelt und Kohle, Baustoffe etc. an die kleinen Küstenorte zurückgebracht. Die großen Brüder waren die 2- und 3-mastigen Marstal-Schoner, die um die ganze Welt segelten.
In den 70er Jahren liebäugelte Heinrich Woermann mit dem Kauf eines seegängigen Segelschiffes. Auf einer Bootsausstellung in Hamburg kam er ins Gespräch mit dem Bootsbauer Michael Kiersgaard aus Trönse, der in Zusammenarbeit mit dem Schiffsmuseum so eine klassische dänische Jagt nachgezeichnet hatte. Heinrich Woermann gab den Bauauftrag an die Traeskibsvaerft von Andersen in Marstal (die Werft besteht nicht mehr), und am 6. Januar 1977 wurde als Baunummer 85 der Kiel für das 36 Fuß lange Schiff gelegt. Kiel und Spanten aus Eiche, Spanten auf 30 cm Abstand, Planken aus 40 mm dickem Lärchenholz, Deck aus Borneo-Teak. Am Spiegelheck wurde der Name OLIFANT und der Heimathafen WEDEL eingeschnitzt. Nach 5 Monaten Bauzeit, am 17. Juni 1977 war Stapellauf, und am 2. Juli 1977 hat Heinrich Woermann das segelklare Schiff übernommen. Die erste Reise führte alsbald von Hamburg über die Nordsee nach Süd-Norwegen.
Der "Olifant" hat sich als seetüchtiges und schnelles Schiff erwiesen. Ein besonderer Reiz der traditionellen Takelage, in der alles per Hand mit Blöcken und Taljen anstatt mit Winschen bewegt wird, ist die noch handwerkliche Art des Segelns. Das Schiff segelt bei gutem Segeltrimm kursstabil, so dass die lange Ruderpinne belegt werden kann. Die große Breitfock für achterlichen Wind ist nicht nur bei leichter Brise hilfreich, sondern sie ist ein Stabilitätsfaktor bei Starkwind, dann, wenn vor dem Wind das gereffte Großsegel nach der einen Seite ausgebäumt ist, während die Breitfock auf der gegenüberliegenden Seite zum Ausgleich der Kräfte für Kursstabilität sorgt.
Eine kleine Besonderheit ist die Galionsfigur unter dem Klüverbaum, eine vom Eigner selbst geschnitzte Seejungfrau, der zu Beginn jeder Reise das erste Glas Sherry gebührt mit den Worten: "Auf eine gute Reise".
Am 4. April 1998 wurde von 12 Gründungsmitgliedern der Verein "Museumsschiff Heiligenhafen e.V." aus der Taufe gehoben. Auf der Suche nach einem Traditionsschiff wurde nach langen Verhandlungen von dem Vorgänger Heinrich Woermann der "Olifant von Wedel" am 12. April 1999 gekauft. Am 16. Mai 1999 um 14:00 Uhr lief der "Olifant" in ihren neuen Heimathafen Heiligenhafen ein und heißt seitdem "Olifant von Heiligenhafen".